Freiwilligenarbeit

Freiwilligendienste – Freiwillige Arbeit im Ausland – Volunteering

Bildquelle: oneinchpunch / Shutterstock.com
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Freiwilligenarbeit im Ausland ist in den verschiedensten Projekten in sozialen, kulturellen oder ökologischen Bereichen möglich, wobei die Mehrheit der Freiwilligendienste sozial ausgerichtet ist. Grundsätzlich ist zwischen geförderten und nicht geförderten Freiwilligendiensten zu unterscheiden. Erstere werden durch öffentliche Gelder oder von der EU finanziert. Zu den staatlich geförderten Auslandsdiensten gehören Gedenkdienste, Friedensdienste und Sozialdienste.

Gefördert werden für österreichische StaatsbürgerInnen u.a. Freiwilligenprojekte im Europäischen Solidaritätskorps (ESK). Als ESK-Freiwilliger lebt man 2 bis 12 Monate im Ausland und hilft etwa 30 Stunden/Woche in einem gemeinnützigen Projekt mit. Man lernt neben den Tätigkeiten Land und Leute kennen. Seit 2018 sind solche Freiwilligenprojekte Teil des EU-Programms Europäisches Solidaritätskorps (ESK). Davor gab es den Europäischen Freiwilligendienst (EFD).

Die ausgeschriebenen geförderten Plätze sind sehr begehrt, sodass eine frühzeitige Bewerbung notwendig ist, zum Teil schon mehr als ein Jahr zuvor. Beginn und Dauer (2 bis 12 Monate) eines geförderten Freiwilligendienstes im Rahmen des ESK sind vorgegeben. Da nicht immer die Möglichkeit besteht, sich das Freiwilligen-Projekt selbst auszusuchen, ist auch in dieser Hinsicht Offenheit und Flexibilität des Teilnehmers gefordert. Alle Freiwilligen erhalten eine umfassende Vor- und Nachbereitung sowie Unterkunft und Verpflegung vor Ort. Je nach Förderprogramm werden auch die Reisekosten übernommen. Häufig wird dafür von den Freiwilligen erwartet, anhand eines Unterstützerkreises zusätzliche Mittel zu generieren. Förderungen, die du auf deutschen Websites findest (z.B. weltwärts, Internationaler Jugendfreiwilligen­dienst), gelten leider momentan nicht für österreichische StaatsbürgerInnen.

Nicht geförderte Freiwilligendienste müssen vom Programmteilnehmer komplett selbst finanziert werden. Dafür entscheidet man frei über den Einsatzbeginn, die Dauer des Einsatzes und die Art des Projektes.

Voraussetzungen

Für fast alle Freiwilligendienste im Ausland ist die Volljährigkeit eine wichtige Voraussetzung. Für das ESK-Programm muss man zwischen 18 und 30 Jahre alt sein, es sind keine bestimmte Schul- oder Berufsausbildung und in der Regel, neben Englisch, auch keine spezifischen Fremdsprachenkenntnisse erforderlich. Abgesehen davon erfordert ein Freiwilligendienst viel Begeisterung, Einsatzbereitschaft und Motivation, da man sich auf einige Herausforderungen einzustellen hat. So begegnet man während seiner Zeit im Ausland vermutlich großer Armut und Menschen in Lebenssituationen, die sich grundsätzlich von der Eigenen unterscheiden. Des Weiteren ist mit Sprachbarrieren durch geringe Sprachkenntnisse zu rechnen. Nicht zuletzt kann auch das Klima im Einsatzland gewöhnungsbedürftig sein. Auf gap-year.de findest du eine erste Übersicht zu Anbietern von Freiwilligenarbeit und Freiwilligendiensten.

Zielländer

Die meisten Freiwilligendienste finden in Ländern des globalen Südens in Lateinamerika, Asien und Afrika statt, aber auch in europäischen Ländern sind Freiwillige im Einsatz, z.B. in Osteuropa. Dagegen finden sich nur wenige Projekte in Industrienationen, welche zumeist ökologische Schwerpunkte haben. ESK-Freiwilligenprojekte kannst du in allen EU-Mitgliedsländern und allen EU-Beitrittsländern bzw. assoziierte Ländern absolvieren.

Kosten

Auch wenn man sich als Freiwilliger ohne jegliche Bezahlung in einem internationalen Projekt engagiert, darf dies nicht zu der Annahme führen, dass diese Art von Programm kostenlos sei. Bei nicht geförderten Freiwilligendiensten fallen Kosten für An- und Abreise, Unterkunft, Verpflegung und Versicherung an. Bei geförderten Freiwilligendiensten sind die Aufwendungen für die Teilnehmer deutlich geringer, da diese größtenteils durch Fördergelder abgedeckt werden. So ist der Einsatz im ESK-Programm aufgrund der EU-Förderung sehr kostengünstig, da man als Teilnehmender Unterkunft und Verpflegung zur Verfügung gestellt bekommt und ein länderabhängiges Taschengeld bekommt. Lediglich bei den Reisekosten kann es zu einem Selbstbehalt kommen. Freiwillige, die über eine anerkannte Trägerorganisation einen Freiwilligendienst machen, können zudem Familienbeihilfe beziehen.

Programmvarianten

Soziale Projekte beinhalten häufig die Arbeit mit Kindern, zum Beispiel in Waisenhäusern, Schulen oder mit Straßenkindern. Freiwillige leisten aber auch andere Formen von Entwicklungsarbeit und unterstützen viele weitere gesellschaftliche Gruppen. Diese Projekte finden sich oftmals in Ländern des globalen Südens vor allem in Lateinamerika, Asien oder Afrika statt

In ökologischen Projekten engagiert man sich meist im Natur- und Umweltschutz, wobei ein Schwerpunkt auf dem Tierschutz liegt. Kulturelle Projekte finden in Museen, Kulturzentren oder Gedenkstätten statt. Häufig sind dabei geschichtliche oder politische Hintergründe des jeweiligen Landes relevant, für die der Freiwillige ein gewisses Interesse mitbringen sollte.

Freiwilliges Engagement ist auch über einen kürzeren Zeitraum in sogenannten Workcamps möglich. Diese richten sich an junge Menschen und finden in der Regel für ein paar Wochen während der Sommermonate statt. Im Gegensatz zur Freiwilligenarbeit ist die Volljährigkeit hier nicht immer Voraussetzung. In Workcamps erhalten Jugendliche und junge Erwachsene die Möglichkeit, während der Ferien oder nach dem Schulabschluss mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern in einem Projekt zusammen zu arbeiten. Häufig ist dieses sozial, kulturell, pädagogisch oder ökologisch ausgerichtet. Es sind aber auch andere Themen denkbar, z.B. die Diskussion historischer oder politischer Fragestellungen. Daneben gewähren Workcamps Einblicke in die Kultur und das Alltagsleben des Gastlandes.


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