Freiwilligenarbeit

Freiwilligendienste - Freiwillige Arbeit im Ausland - Freiwilligenarbeit

Freiwilligenarbeit im Ausland ist in den verschiedensten Projekten in sozialen, kulturellen oder ökologischen Bereichen möglich, wobei die Mehrheit der Freiwilligendienste sozial ausgerichtet ist. Grundsätzlich kann zwischen geförderten und nicht geförderten Freiwilligendiensten unterschieden werden. Erstere werden durch Gelder vom Staat oder von der EU finanziert. Die ausgeschriebenen geförderten Plätze sind sehr begehrt, sodass eine frühzeitige Bewerbung notwendig ist, zum Teil schon mehr als ein Jahr zuvor. Beginn und Dauer (6 bzw. 12 Monate) eines geförderten Freiwilligendienstes sind vorgegeben. In der Schweiz werden derzeit  keine vom Staat geförderten Freiwilligen-Programme im Ausland angeboten. Der von der EU geförderte Europäische Freiwilligendienst (EFD)  steht jedoch auch Schweizer Bürgern offen. Außerdem besteht die Möglichkeit der Teilnahme an dem Freiwilligendienst „weltwärts“  des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Voraussetzungen hierfür sind allerdings der Hauptwohnsitz in Deutschland, der Aufenthalt in Deutschland seit ca. 2-3 Jahren sowie Kenntnisse der deutschen Sprache auf muttersprachlichem Niveau.  Auch für das von der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Auswärtigen Amt getragene Programm „kulturweit“ können sich Schweizer Interessenten bewerben. Hier gelten ebenfalls die oben genannten Voraussetzungen.  In den meisten Projekten ist Volljährigkeit vorgeschrieben, dazu wird auch ein maximales Alter festgelegt. Nicht geförderte Freiwilligendienste müssen vom Programmteilnehmer komplett selbst finanziert werden. Dafür entscheidet man frei über den Einsatzbeginn, die Dauer des Einsatzes und die Art des Projektes.

Voraussetzungen
Für fast alle Freiwilligendienste ist die Volljährigkeit eine wichtige Voraussetzung. Abgesehen davon erfordert ein Freiwilligendienst viel Begeisterung, Einsatzbereitschaft und Motivation, da man sich auf einige Herausforderungen einzustellen hat: wahrscheinlich begegnet man während seines Einsatzes großer Armut und Menschen in Lebenssituationen, die sich grundsätzlich von der eigenen unterscheiden. Darüber hinaus muss man mit Sprachbarrieren durch geringe Sprachkenntnisse rechnen und sich bei der Verpflegung und Unterkunft auf andere Standards als die gewohnten einstellen. Nicht zuletzt kann auch das Klima im Einsatzland gewöhnungsbedürftig sein.

Zielländer

Die meisten internationalen Freiwilligendienste finden in Entwicklungs- und Schwellenländern in Lateinamerika, Asien und Afrika statt, aber auch in europäischen Ländern sind Freiwillige im Einsatz, v.a. in Osteuropa. Dagegen finden sich nur wenige Projekte in Industrienationen, welche zumeist ökologische Schwerpunkte haben.

Kosten
Auch wenn der Freiwillige sich ohne Bezahlung in einem Projekt engagiert, darf dies nicht zu der Annahme führen, ein Freiwilligendienst sei kostenlos. Bei nicht geförderten Freiwilligendiensten fallen Kosten für An- und Abreise, Unterkunft und Verpflegung vor Ort, Versicherung und ggf. für einen Sprachkurs an. Bei geförderten Freiwilligendiensten sind die Aufwendungen für die Teilnehmer deutlich geringer, da  diese größtenteils durch Fördergelder abgedeckt werden. Allerdings ist es häufig erwünscht, einen Unterstützer- oder Spenderkreis aufzubauen und somit einen finanziellen Beitrag zu leisten.

Programmvarianten
Soziale Projekte beinhalten häufig die Arbeit mit Kindern, zum Beispiel in Waisenhäusern, Schulen oder in Einrichtungen für Straßenkinder. Freiwillige leisten aber auch andere Formen von Entwicklungsarbeit und unterstützen viele weitere gesellschaftliche Gruppen. Diese Projekte finden sich vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern.
In ökologischen Projekten engagiert man sich meist im Natur- und Umweltschutz, wobei ein Schwerpunkt auf dem Tierschutz liegt. Diese Projekte sind häufig in Kanada, den USA, Mittelamerika, Australien und Neuseeland angesiedelt, beispielsweise in Nationalparks.
Kulturelle Projekte finden in Museen, Kulturzentren oder Gedenkstätten statt. Häufig sind dabei geschichtliche oder politische Hintergründe des jeweiligen Landes relevant, für die der Freiwillige ein gewisses Interesse mitbringen sollte.

Workcamps: Freiwilliges Engagement ist über einen kürzeren Zeitraum auch in sogenannten Workcamps möglich. Workcamps richten sich an junge Menschen und finden in der Regel für ein paar Wochen während der Sommermonate statt. Volljährigkeit ist hier nicht immer Voraussetzung.  Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen erhalten so die Möglichkeit, während der Ferien oder nach dem Schulabschluss mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern in einem Projekt zusammen zu arbeiten. Häufig ist dieses sozial, kulturell, pädagogisch oder ökologisch ausgerichtet. Es sind aber auch andere Themen denkbar, zum Beispiel Diskussionen historischer oder politischer Fragestellungen.

 

.