Auslandsaufenthalt

Die Wahl des passenden Programms

Schüleraustausch:
Ein Schuljahr im Ausland zu verbringen und bei einer Gastfamilie zu wohnen, ist sicherlich eine tolle und prägende Erfahrung. Man hat die Gelegenheit, ganz in die Kultur und den Alltag eines fremden Landes einzutauchen, am Familien- und Schulleben teilzuhaben und eine Fremdsprache intensiv zu lernen. Die meisten empfinden den Aufenthalt als Horizonterweiterung, sie fühlen sich reifer, selbständiger und offener. Trotz der vielen positiven Aspekte sollte man sich selber fragen, ob man sich der Herausforderung gewachsen fühlt, für einige Zeit Familie und Freunde zu verlassen, um in ein fremdes Land zu ziehen, in dem man die Sprache höchstens aus dem Schulunterricht kennt. Man sollte genügend Offenheit, Flexibilität und Neugier mitbringen, um sich neuen Situationen zu stellen, mit anderen Lebensgewohnheiten und Ansichten umzugehen und auch schwierige Phasen wie Heimweh oder Kulturschock zu meistern. Nicht zuletzt spielen auch finanzielle Aspekte bei der Entscheidung für einen Schüleraustausch eine Rolle, da diese Programme sehr kostspielig sind. Für die gesamte Planung und Vorbereitung sollte man sich genügend Zeit nehmen und daher am besten ein Jahr im Voraus beginnen, um nicht die Bewerbungsfristen der Organisationen zu verpassen.

Au-Pair:

Wer überlegt, an einem Au-Pair-Programm teilzunehmen, sollte neben Erfahrungen in der Kinderbetreuung bzw. Jugendarbeit natürlich auch Spaß daran mitbringen. Gute Sprachkenntnisse sind ebenfalls wichtig. Als Au-Pair hat man die Möglichkeit, Teil einer Familie zu werden, um auf diese Weise das Alltagsleben in einem anderen Sprachgebiet intensiv mitzuerleben. Natürlich bedeutet das auch, dass man auf ganz andere Vorstellungen von Erziehung, Sauberkeit und Alltagsgestaltung treffen kann. Die Kosten für ein Au-Pair-Programm sind relativ gering, da die Gastfamilie für Unterkunft und Verpflegung sorgt, außerdem verdient man ein regelmäßiges Taschengeld. Dafür hat man einen geregelten Tagesablauf mit festen Aufgaben, besucht vielleicht nebenher einen Sprachkurs und kann auch meistens zwischendurch oder im Anschluss noch auf Reisen gehen. Es ist sicherlich ratsam bereits einige Monate im Voraus mit der Planung und Bewerbung zu beginnen. So erhält die Vermittlungsorganisation genügend Zeit, eine passende Gastfamilie zu finden. Auch die Beantragung nötiger Visa sollte rechtzeitig  bedacht werden.

Sprachaufenthalte:

Eine Sprachreise dient natürlich in erster Linie dazu, die eigenen Sprachkenntnisse zu verbessern bzw. eine Sprache neu zu erlernen. Gleichzeitig kommt man mit Gleichaltrigen aus aller Welt zusammen, entdeckt das Gastland auf gemeinsamen Ausflügen und nimmt vielleicht sogar am Alltagsleben einer Gastfamilie teil. Bei der Auswahl der Sprachreise sollte man darauf achten, ob der Schwerpunkt stärker auf den Sprachunterricht oder auf Freizeitaktivitäten gelegt wird. Sprachkurse lassen sich gut mit anderen Programmen wie Au-Pair, Freiwilligenarbeit oder Praktika kombinieren. In der Regel sind Buchungen auch noch kurzfristig möglich.

Freiwilligenarbeit:

Wer sich als Freiwilliger im Ausland engagieren möchte, kann sich auf eine intensive und erlebnisreiche Zeit einstellen. Viele absolvieren nach dem Schulabschluss einen Freiwilligendienst, um eine Auszeit zu nehmen, sich in sozialen, ökologischen oder kulturellen Projekten einzusetzen, Lebenserfahrung zu sammeln und den eigenen Horizont zu erweitern. Da internationale Freiwilligenarbeit meistens in Entwicklungs- und Schwellenländern stattfinden, kann man in diesem Programm auf viel Neues und Ungewohntes treffen. Oft wird man mit Armut und extremen Lebensumständen konfrontiert, auch das Klima des Gastlandes kann zunächst gewöhnungsbedürftig sein. Bei der eigenen Unterkunft und Verpflegung sollte man nicht zu viel Komfort erwarten. Daher ist es wichtig, sich im Voraus gut zu überlegen, ob man sich die Freiwilligenarbeit wirklich zutraut. Alternativ gibt es die Möglichkeit, zunächst an einem Workcamp als „Schnupper-Freiwilligendienst“ teilzunehmen, da dieser auf wenige Wochen begrenzt ist. Wer sich für einen geförderten Freiwilligendienst bewerben möchte, muss mindestens ein Jahr vor Programmbeginn mit der Vorbereitung beginnen und sich genau über das Bewerbungsverfahren und die Fristen informieren, da das Prozedere aufwendig ist und die geförderten Plätze umkämpft sind. Für einen nicht geförderten Freiwilligendienst bekommt man in der Regel auch noch kurzfristig einen Platz im gewünschten Projekt und kann selber die Dauer und den Zeitpunkt bestimmen. Dafür fallen bei dieser Variante hohe Programmkosten an.

Praktika:

Ein Praktikum dient im Allgemeinen dazu, Berufserfahrungen zu sammeln bzw. neue Branchen kennenzulernen. Dies lässt sich natürlich mit einem Auslandsaufenthalt verbinden. Ein Auslandspraktikum ist sicherlich für jeden sinnvoll, der sich vorstellen kann, im Ausland oder in einem internationalen Umfeld zu arbeiten.  Weitere Motive können sein, die eigenen Sprachkenntnisse zu verbessern, in die Berufswelt in einem anderen Land hinein zu schnuppern oder interkulturelle Kompetenzen zu erwerben. Es sollte aber nicht unterschätzt werden, dass der ungewohnte Arbeitsalltag in einer fremden Umgebung zusammen mit den sprachlichen Herausforderungen bei der Kommunikation zumindest zu Beginn sehr anstrengend sein kann. Man sollte zudem bewusst auf kulturelle Feinheiten im Umgang mit den Kollegen und ggf. der Gastfamilie achten. Wer ein Auslandspraktikum in Erwägung zieht, sollte bedenken, dass die Suche eines Praktikumsplatzes auf eigene Faust sehr langwierig sein kann und viel Eigeninitiative und Durchhaltevermögen erfordert. Wer sich dagegen ein Praktikum durch eine Organisation vermitteln lässt, spart sich die schwierige Suche und erhält vor und während des Aufenthalts viel Unterstützung, zahlt aber auch sehr hohe Programmkosten. Je mehr Fachqualifikationen man in der Ausbildung oder im Studium bereits gesammelt hat, desto größer sind die Chancen auf ein spannendes, herausforderndes Praktikum.

Work & Travel – Jobben im Ausland
Work & Travel ist das richtige Programm für abenteuerlustige und freiheitsliebende Reisende. Kein anderes Programm bietet die Unabhängigkeit und Flexibilität, die Work & Travel – Teilnehmer genießen.  Häufig entscheiden zufällige Begegnungen mit anderen Backpackern oder kurzfristige Jobangebote über den weiteren Verlauf der Reise. Die Freiheiten, die diese Art von Auslandsaufenthalt beinhaltet, bergen aber auch Unsicherheiten. So kann sich die Jobsuche mitunter als schwierig erweisen und erfordert häufig viel Eigeninitiative. Das meist eher knappe Budget lässt zudem nur einen niedrigen Lebensstandard zu. Auf der anderen Seite ermöglicht Work & Travel einem Reisenden jedoch, das Gastland in vielen verschiedenen Facetten zu erleben. Man macht Bekanntschaft mit Einheimischen und anderen Backpackern, schließt Freundschaften und kehrt am Ende mit einem großen Erfahrungsschatz zurück. Für die Planung und Vorbereitung des Work & Travel - Aufenthalts sollte man sich genügend Zeit nehmen, denn neben einem finanziellen Polster, sollten auch etwaige Visumsangelegenheiten rechtzeitig berücksichtigt werden. Auch die Entscheidung, ob man dieses Abenteuer auf eigene Faust oder mit Hilfe einer Organisation durchführen möchte, sollte erst nach sorgfältiger Überlegung getroffen werden. 

Studium:
Die Motivationen für ein Studium im Ausland können sehr unterschiedlich sein. Während einige frühzeitig ihre internationale Karriere planen, finden andere ihren bevorzugten Studiengang nur im Ausland oder wollen die strengen Zulassungsbeschränkungen im eigenen Land umgehen. Wieder andere nutzen den Auslandsaufenthalt während des Studiums, um eine Weile in ihrem Traumland zu leben. Zunächst geht es um die Entscheidung, ob man für ein ganzes Studium oder nur für ein bis zwei Gastsemester ins Ausland geht. Bevor man sich für einen Bachelor- oder Master-Studiengang im Ausland entscheidet, sollte man sich genau über die Zulassungsvoraussetzungen und die Kosten informieren. Wer nur einen Teil seines Studiums an einer ausländischen Universität absolvieren will, sollte sich vorher überlegen, welche Erwartungen und Wünsche dahinter stehen. Sind die Studieninhalte und akademischen Leistungen vordergründig oder das Studentenleben mit einheimischen und internationalen Kollegen? Grundsätzlich ist ein Auslandsaufenthalt während des Studiums sicherlich persönlich und akademisch eine große Bereicherung, nicht zuletzt auch für den eigenen Lebenslauf.

 

.